Ich öffne Facebook und überall springen mir Muttertagsglückwünsche entgegen.
Irgendwas daran passt mir so gar nicht. Alle lobpreisen ihre Mütter. Ein komisches Gefühl macht sich in mir breit. Ich lobpreise heute niemanden. Für mich ist es ein normaler Sonntag.
Wieder mal ein Tag, an dem ich mich frage, wie es sich wohl anfühlt, eine richtige Familie zu haben, so mit inniger Bindung und so. Dieser Hort, dieses Nest, die Heimat, das Zuhause, zu dem man immer wieder zurückkehrt, wo man sich geborgen, behütet, sicher und gut aufgehoben fühlt.
Ich meide meine Familie. Zur Zeit habe ich seit über zwei Monaten keinen Kontakt mehr zu jemandem aus meiner Familie gehabt. Mit meiner Mutter sowieso nicht, mit meiner Oma und dem entsprechenden Familienzweig seit Anfang Januar nicht mehr, und nun seit März auch nicht mehr mit meinem Vater und Co. Ich gehe nicht ran, wenn er anruft. Ich hab einfach keine Lust. Was mich nur wundert, ist, dass er mir SMS schickt, wenn er mich ein paar Mal nicht erreicht hat. Jahrelang hat er sich nie von sich aus gemeldet und nun kümmert es ihn plötzlich, wo ich stecke, wenn er mich nicht erreichen kann. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach eine Feststellung.
Das hört sich jetzt vielleicht an, als wäre ich kontinuierlich traurig, das Posting gestern und nun dieses. Bin ich aber gar nicht. Das sind vielmehr kurze Momentaufnahmen, die ich aufschreibe. Ja, ich saß gestern weinend hier, bestimmt eine Stunde lang oder vielleicht länger, bis ich entschied, schlafen zu gehen und in den Federn Trost zu suchen, weil ich nicht noch länger traurig sein wollte. Ich streichelte mich allein in den Schlaf; fest in meine Decke gewickelt, kraulte ich mir selbst die Haare und dachte daran, wie schön es wäre, wenn er mich nur mal unverbindlich im Arm halten würde.
Ein bisschen blöd komme ich mir schon vor, wenn ich das nun hier unverblümt zugebe; noch dazu, wenn ich weiß, dass es mindestens eine Person lesen wird. Aber was will man machen..
Und auch heute hat mich das einen kurzen Moment lang getroffen, diese vielen glücklichen Kinder mit den tollen Mamis. Aber das war's dann auch. Ich schreibe es jetzt auf, und damit hat es sich erledigt.
Im Gegenteil, ich bin überhaupt nicht kontinuierlich traurig. Ich komme mit meinem Alltag so gut zurecht, wie schon lange nicht mehr. Ich erledige meinen Kram, gehe regelmäßig aus dem Haus, gerne auch tagsüber, stehe relativ früh auf, dusche wieder täglich, gehe regelmäßig zur Uni, alles ganz normal, ohne dass ich mich dazu besonders aufraffen müsste. Ich hab wieder Spaß an meinem Leben. Und die schlechten Momente sind wieder ganz normal, so wie sie alle anderen auch haben. Sie ziehen mich nicht mehr tagelang runter und hindern mich am Leben. Es läuft eigentlich alles bestens.
Und was ich jetzt auch noch mal loswerden muss:
Ich habe mich mega riesig gefreut, als auf mein gestriges Posting direkt Resonanz folgte! Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, aber umso schöner war es dann, als ich las, dass Anna Maria (http://beingannamaria.blogspot.de/) mein Blog der liebste ist. Vielen Dank dafür, meine Liebe! :)
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Sonntag, 13. Mai 2012
Samstag, 17. März 2012
Wie scheiße kann ein Tag nur anfangen..?!
- Ich kann die ganze Nacht nicht schlafen, obwohl ich es wirklich versuche. F. geht mir nicht aus dem Kopf.
- Als ich dann beschließe, aufzustehen und zu lesen, werde ich gegen 9.30 Uhr doch noch müde
- Meine Kino-Verabredung sagt mir ab
- Ich lege mich schlafen. Ich träume von meiner Mutter, die wieder sehr gut aussieht, fast wie früher. Ihr Bauch ist wieder straff, ihre Brüste klein und fest, ihr Gesicht wieder schön und jung. Die frischen OP-Narben sind deutlich zu sehen, ohne jedoch ihre Schönheit besonders zu mindern. Außerdem träume ich von F., dessen Facebook mir anzeigt, dass seine nächste Freundin eine blonde, deutsch aussehende Italienerin sein wird, die so ähnlich heißt wie das Wort 'Mauretanien'; den genauen Namen habe ich vergessen
- Ich stehe auf und stelle fest, dass ich Muskelkater habe
Montag, 5. März 2012
Liebe Oma,
ich habe hin und her überlegt, ob ich Dich anrufen soll, besonders jetzt, zu Deinem Geburtstag.
So ein Geburtstag übt Druck aus, sich zu melden, weil man meist als der Böse dasteht, wenn man es nicht tut. Dennoch habe ich mich dagegen entschieden.
Ich habe mich ja nicht grundlos bisher nicht gemeldet, sondern weil mir der Gedanke an ein Gespräch mit Dir Unbehagen bereitet.
Da ich der Meinung bin, dass es nicht gut ist, sich zu etwas zu zwingen, bei dem man sich derart unwohl fühlt, lasse ich es also. Außerdem wäre es nicht aufrichtig, wenn ich mich so lange nicht melde und dann nur gezwungenermaßen zum Gratulieren anrufe.
Nun also lieber aufrichtig.
Ich schreibe, weil ich nicht reden, aber durchaus kommunizieren will. Das muss man ja nicht zwangsläufig via Telefon tun.
Ich habe Opa und Dich sehr lieb. Ich weiß zu schätzen, was ihr, schon mein ganzes Leben lang, für mich getan habt, auch wenn das nicht so bei euch ankommen mag. Und genau das macht es mir derzeit so schwer. Ihr wart immer für mich da und werdet es wohl immer sein. Ihr habt mich quasi großgezogen, wart mir bessere Eltern als es meine eigentlichen Eltern waren und wohl je sein können. Ich bin aufrichtig dankbar dafür, auch wenn ihr sagt, dass es keine Dankbarkeit ist, was ihr erwartet.
Aber ich fühle mich auch zu Dankbarkeit verpflichtet.
Aber ich fühle mich auch zu Dankbarkeit verpflichtet.
Wenn man sich zu einem Gefühl wie diesem verpflichtet fühlt, fällt es schwer, Vorwürfe zu machen.
Deshalb ist es mir wichtig, ausdrücklich zu sagen, dass ich euch lieb habe und eure Unterstützung zu schätzen weiß.
Deshalb ist es mir wichtig, ausdrücklich zu sagen, dass ich euch lieb habe und eure Unterstützung zu schätzen weiß.
Aber heute bin ich wütend. Und traurig.
Ich fühle mich unverstanden und teilweise ungeliebt.
Ich wollte an Weihnachten nach Hause kommen. Ich wollte bei euch sein, bei Freunden sein, bei Papa sein.
Ich wollte mich nicht entscheiden müssen zwischen euch. Doch genau dazu wurde ich gedrängt, ohne dass ich mich in meiner Entscheidung frei gefühlt hätte.
Ich wollte bei A.s Familie feiern. Es tut mir leid für euch, dass das mein Wunsch war, denn ich kann mir vorstellen, dass das kein schönes Gefühl ist, wenn die Enkelin, die mehr eigene Tochter als Enkelin ist, an Weihnachten lieber bei einer anderen Familie ist. Ich kann nachvollziehen, dass euch das traurig und vielleicht wütend macht.
Was mich traurig und wütend macht, ist, dass Du auf mich nicht den Eindruck gemacht hast, weder mich noch dich selbst ein einziges Mal zu fragen, wieso das so ist.
Ich wollte bei A.s Familie feiern. Es tut mir leid für euch, dass das mein Wunsch war, denn ich kann mir vorstellen, dass das kein schönes Gefühl ist, wenn die Enkelin, die mehr eigene Tochter als Enkelin ist, an Weihnachten lieber bei einer anderen Familie ist. Ich kann nachvollziehen, dass euch das traurig und vielleicht wütend macht.
Was mich traurig und wütend macht, ist, dass Du auf mich nicht den Eindruck gemacht hast, weder mich noch dich selbst ein einziges Mal zu fragen, wieso das so ist.
Ich glaube nicht an Gott. Weihnachten hat in diesem Sinne keine Bedeutung für mich.
Weihnachten war für mich einmal ein Familienfest. Wir haben uns alle bei euch getroffen, gegessen, Geschenke ausgepackt, gefeiert. Es war immer sehr harmonisch, gemütlich, stressfrei.
Dann ist die Familie auseinandergebrochen.
Seitdem habe ich an Weihnachten nichts mehr zu feiern.
Die Vorstellung von diesem Weihnachten bei euch war die Vorstellung von einem Abend, an dem ein kleiner Bruchteil einer einst großen, glücklichen Familie zusammensitzen und angestrengt versuchen würde, ein Gespräch aufrechtzuerhalten. Für mich hatte die Aussicht auf diesen Abend nicht viel Verlockendes. Du bist wegen des Kochens kaum außerhalb der Küche anzutreffen und ohnehin schon leicht gestresst, Opa redet schon seit Jahren kaum noch, meinen eigenen Patenonkel und seine Frau kenne ich kaum, und Kinder kann ich nicht ausstehen.
Der Abend hielt für mich nicht mehr als Stress bereit. Stress nicht im Sinne von 'Ich muss zeitlich so viel erledigen und alles muss perfekt sein', sondern im Sinne von 'Ich muss etwas tun, worauf ich keine Lust habe'.
Bei A. wollte ich feiern, weil die Familie mich zum Einen eingeladen hatten und ich auch ihnen gegenüber zu Dank verpflichtet bin und mich daher nicht undankbar zeigen wollte.
Vor allem aber, weil es dort viel entspannter zugeht. Keiner zieht sich besonders schick an, es kommen nicht extra Verwandte angereist, keiner ist besonders darum bemüht, für Harmonie zu sorgen. Es ist wie immer, nur mit üppigerem Essen und ein paar Geschenken.
Ich fühle mich wohl bei A.s Familie. Sie ist noch genau so, wie ich sie immer kannte. Ich fühle mich dort willkommen, auf eine sehr herzliche und aufrichtige Art. Ich kann dort alles erzählen, und man macht mir keine Vorwürfe, sondern kümmert sich zuerst darum, mich wieder aufzurichten. Erst danach kritisiert man mich, wenn es notwendig ist, auf eine Weise, die dazu führt, dass ich darüber nachdenke, was ich besser machen kann, und nicht auf eine Art, die mich zu Trotzreaktionen verleitet. Und das Allerschönste: Es herrscht eine angenehme Ruhe in R.s' Haus. Niemals habe ich dort jemanden laut werden hören. Niemand keift den anderen an, nicht einmal Diskussionen erreichen eine unangenehme Lautstärke.
Es ist dort noch so harmonisch und entspannt, wie es bei uns einmal war.
Dass ich schon am Mittag des Heilig Abends zu A. geflüchtet bin und dich mit den ganzen Vorbereitungen alleine gelassen habe, tut mir leid. Das war egoistisch von mir.
Dass ich schon am Mittag des Heilig Abends zu A. geflüchtet bin und dich mit den ganzen Vorbereitungen alleine gelassen habe, tut mir leid. Das war egoistisch von mir.
Dass ich die gesamte Zeit über wortkarg und schlecht gelaunt war, hat noch andere Gründe als die oben aufgeführten, was ich jetzt aber nicht ausführen will.
Dass Du mir meinen 'Lebenswandel' vorwirfst und sagst, dass ich 'so' jedenfalls nicht schaffen werde, was ich mir vorgenommen habe, finde ich, in der Form, wie Du es getan hast, gelinde gesagt frech. In erster Linie ist mein Leben, und wie ich es führe, meine Sache. Ich halte mich durchaus für zugänglich, was normale Gespräche angeht, auch über Sorgen und Ängste, was mein Leben angeht. Wirft man mir es allerdings in der Form und in dem Ton vor, wie Du das gemacht hast, führt es zu nichts anderem als partiellem Ausschluss aus meinem Leben. Wenn Du also so an meine Vernunft appellieren willst, dass es bei mir ankommt und eventuell etwas verändert, musst Du dir eine andere Art suchen, das zu tun, als mir mit so viel angestauter Wut im Bauch Vorwürfe zu machen. Auch der Versuch 'So wie du das derzeit machst, wirst du eh nur alles gegen die Wand fahren; denk mal drüber nach!' hat auf mich keineswegs die beabsichtigte Wirkung, sondern bewirkt allenfalls eine Trotzreaktion. Im Grunde führt es nur dazu, dass ich mich noch weiter von Dir entferne.
Ich saß schon einige Male an einem Brief wie diesem, allerdings musste ich jedes Mal feststellen, dass es mir die Mühe sozusagen nicht wert war. Ich habe es lieber so im Raum stehen lassen, als mich noch ein weiteres Mal mit Dir auseinanderzusetzen. Das ist nämlich anstrengend und macht mir schlechte Laune. Nun habe ich es also doch getan. Nicht, um alles wieder in Ordnung zu bringen, sondern um euch wissen zu lassen, dass ich euch sehr lieb habe, aber ich speziell Dein Verhalten nicht fair fand.
Ich möchte das Gefühl haben, dass meine Familie wenigstens darum bemüht ist, auch mich zu verstehen.
Ich saß schon einige Male an einem Brief wie diesem, allerdings musste ich jedes Mal feststellen, dass es mir die Mühe sozusagen nicht wert war. Ich habe es lieber so im Raum stehen lassen, als mich noch ein weiteres Mal mit Dir auseinanderzusetzen. Das ist nämlich anstrengend und macht mir schlechte Laune. Nun habe ich es also doch getan. Nicht, um alles wieder in Ordnung zu bringen, sondern um euch wissen zu lassen, dass ich euch sehr lieb habe, aber ich speziell Dein Verhalten nicht fair fand.
Ich möchte das Gefühl haben, dass meine Familie wenigstens darum bemüht ist, auch mich zu verstehen.
Dass ich nicht frei von Fehlern bin, ist mir schon klar.
Deshalb versuche ich, auch meinen Gegenpart und dessen Beweggründe zu verstehen, wenn irgendwas nicht läuft, wie es sollte. Bei Leuten, die nicht fast täglich mit mir zu tun haben, kommt das nicht an, aber ich reflektiere mein eigenes Verhalten doch recht ausgiebig. Ich erkenne Fehler, die ich mache. Ich kann sie auch zugeben.
Mir ist also durchaus bewusst, dass sich das Ganze aus eurer Perspektive etwas anders darstellt und ihr sicher auch einiges an mir zu kritisieren habt.
Mir ist also durchaus bewusst, dass sich das Ganze aus eurer Perspektive etwas anders darstellt und ihr sicher auch einiges an mir zu kritisieren habt.
Dennoch hätte ich für meinen Teil mir gewünscht, dass ihr zumindest ein bisschen mehr Willen hättet erkennen lassen, euch mit mir und meinen Beweggründen zu beschäftigen, anstatt mir nur Vorhaltungen zu machen.
A.
Dienstag, 17. Januar 2012
Summary
Okay.
Ich habe keine Lust, zu schreiben. Aber es ist von allen Punkten auf meiner To-Do-Liste noch der angenehmste.
Ich sitze hier rum und tue.. nichts. Alles wie immer also. Dabei war ich so motiviert, als ich von zuhause zurückkam. Und nun bin ich wieder im alten Trott. Bin ich zuhause spätestens um elf täglich wach gewesen, habe ich, kaum war ich wieder hier, natürlich gleich wieder bis eins geschlafen, obwohl ich zeitig ins Bett bin. Ach ich hab kein' Bock.
Ich bin schon wieder von allem angepisst.
Der Psychologe hat nicht geantwortet.
BAföG gibt's erst Februar, weil meine Mutter natürlich doch noch diese dummen Unterlagen eingereicht hat, allerdings - natürlich - nicht vollständig. Sie hat also mal wieder genau das getan, was mir die meisten Nachteile bringt. Dumme Nuss.
Am 17. schreibe ich die erste Klausur. Das ist dankenswerterweise noch eine im [Lehrveranstaltung]. Ende Januar geht's dann mit den richtigen los. Wie soll ich bloß lernen, wenn ich mich nicht einmal aufraffen kann, zu schreiben..?!
Bis auf ein paar Ausnahmen waren die Weinachtsferien für'n Arsch. Alles mal wieder voll verkackt.
Machen wir's in chronologischer Reihenfolge:
Ich komme also abends am 22. an, mein Opa holte mich vom Bahnhof ab. Soweit war alles okay bis auf die Tatsache, dass ich traurig war, weil F. keine Zeit für mich bzw. keine Lust auf mich hatte. Am 24. war ich mittags bei A. und kam pünktlich wie vereinbart wieder zu Oma. Auf ihre Frage, was es Neues gäbe, eröffnete ich ihr, dass ich den ersten Feiertag gerne bei A.s Eltern verbringen würde, da die mich eingeladen hatten und ich nicht undankbar sein wolle nach allem, was sie für mich getan hatten. Dass ich sowieso viel lieber dort bin, verschwieg ich. Das war also Punkt eins, der meine Oma angepisst hat. Punkt zwei war, dass ich schon kurz nach dem Essen (an besagtem Heilig Abend) ins Bett gegangen bin. Ich wollte eigentlich gar nicht schlafen, ich war nur so genervt von meiner Verwandtschaft und den Kindern, dass ich kurz ins Zimmer gehen und meine Ruhe haben wollte. Dort hab ich mich dann aufs Bett gelegt und war kurz drauf auch schon ins Land der Träume entschwunden. Nachts wachte ich dann irgendwann auf und hatte ziemlich fieses Halsweh. Trotzdem bin ich am nächsten Tag mittags bereits zu A. gefahren. Was meine Oma nicht mitbekommen hat, ist, dass ich dort Fieber gekriegt habe und fast ausschließlich auf dem Sofa rumlag und geschlafen habe. Weil ich mit Fieber aber nicht dort übernachten wollte, weil man sich so eklig fühlt, wenn man irgendwann wieder aufwacht, bin ich mitten in der Nacht dann noch zurück zu Oma gefahren. Dort bin ich dann ins Bett, hab den Rest der Nacht und den kompletten nächsten Tag verschlafen (Punkt drei auf der Liste der unverzeihlichen Taten) und bin erst um eins in der nächsten Nacht aufgestanden, um mir einen Tee zu machen. Das hat sie mitbekommen und gleich wieder rumgestresst, dass ich ja die Nacht zum Tag mache und umgekehrt, bla bla.. (Punkt vier, der sie langsam aber sicher zur Weißglut brachte). Als es mir wieder besser ging, wurde sie selbst krank. Ich war außer Haus, es hat mich nicht interessiert, wie es ihr ging (Punkt fünf), denn um mich hatte sich ja auch niemand gesorgt, als ich den ganzen Tag nicht aus dem Zimmer kam.
Silvester. Bei A., auf dem Blauen, und anschließend im [Bar]. Dort war O. Und er war sexy. Wie immer eben. Nachdem wir den halben Abend aneinander vorbeigerannt waren, forderte er mich irgendwann zum Tanzen auf. Als ich mich peinlich berührt davor zierte, schnappte er mich einfach und zog mich mit auf die Tanzfläche. So kam es, dass ich die Auserwählte war, die sich eng an O. schmiegen durfte und von (fast) allen Frauen neidisch beobachtet wurde. Es hatte schon ziemlich viel Sex, wie O. nach und nach sein Hemd immer weiter aufknöpfte und ich diejenige war, die die Kontrolle über seine Krawatte hatte. Ich muss noch heute grinsen, wenn ich daran denke. Was mein Ego wirklich pushte, war die Tatsache, dass sich ein von allen begehrter, sexy Typ wie O. nicht zu schade war, eng mit mir zu tanzen, und auf der Tanzfläche Sachen mit mir machte, die heißer waren als manches, was andere als Vorspiel praktizieren. Als er zum Abschied während der Umarmung seinen Kopf auf meine Schulter legte und "Ich hab dich lieb" sagte, war der Abend perfekt. Übers ganze Gesicht strahlend machte ich mich wankend auf den Weg zu A. zurück.
Bei D. war irgendwann Anfang Januar auch. Die stellte mir eines Abends L., ihren besten Freund, vor. Wir waren im Kino, da hab ich nicht besonders viel von ihm mitbekommen, danach waren wir in einer Shisha-Bar. Witzig war er, frech. Und auf Körperkontakt aus. Wie unbedacht legte er seine Hand auf meinen Oberschenkel, als er sich über mich hinweg zu D. rüberbeugte, um mit ihr zu sprechen. Und die Hand blieb liegen. Ob ich denn noch Lust hätte, mit zu D. zu kommen, noch einen Film schauen. Und ob ich Lust hatte. Es kam also, wie es kommen musste. D. schlief ein, L. lud mich ein, mich an ihn zu kuscheln, eine Bewegung gab die andere und bald lagen wir eng umschlungen auf dem Sofa. Er war so süß, so unschuldig einerseits und doch das komplette Gegenteil andererseits. Seine Blicke, seine Gesten, seine Worte. Zum Abschied bekam ich einen innigen Kuss und die Frage "Wirst du mich vermissen?", zusammen mit einem herzerweichenden Blick (was in Anbetracht der Tatsache, dass wir nur vier Stunden später zum Frühstück verabredet waren, ein wenig lächerlich erscheint^^). Meine abweisende Antwort tat ihr Übriges, so dass er wohl nicht besonders glücklich ins Bett ging. Am nächsten Morgen stehe ich also im Türrahmen, er liegt noch im Bett, streckt die Arme nach mir aus, will, dass ich mich zu ihm kuschle. Ich bin frisch geduscht, geschminkt, gefönt. Was erwartet er? Auch als er sich aus den Federn erhebt, will ich mich nicht knuddeln und küssen lassen. Er versteht nicht, dass mir einfach nicht danach ist, und nimmt es persönlich. Später am Tag legt sich das wieder, man könnte meinen, wir seien ein normales Pärchen. War er am Tag zuvor einfach nur D.s bester Freund, humorvoll und eine nette Begleitung, aber nicht besonders interessant, so ist er heute ein attraktiver, reizvoller junger Mann, der mir unglaublich viel Selbstbewusstsein gibt, wenn er mich so ansieht, wie er es jetzt tut. Ein frecher, auffordernder Blick, nicht mehr der sensible Dackelblick vom Morgen. Dazu seine unauffälligen aber eindeutigen Berührungen zwischendurch, wenn es niemand mitbekommt. Er reizt mich bis aufs Blut. Ich ziehe ihn mit meinen Blicken quasi aus. Er ist unverschämt sexy, obwohl er rein optisch nicht der Typ ist, dem ich einen zweiten Blick schenken würde. Ich mag das graue Shirt mit den bunten Gesichtern drauf, sein Lieblingsshirt, in das er seinen Sixpack hüllt. Ich mag auch die beigefarbene Hose, in der seine Kehrseite wirklich gut zur Geltung kommt. Und besonders mag ich die braunen Lacoste-Schuhe und seinen schwarzen Mantel, der ihm unglaublich viel Klasse verleiht. Seit er morgens die doppelte Abfuhr kassiert hat, ist er geizig mit Aufmerksamkeit. Und es zeigt Wirkung. Kurz bevor er in den Zug steigt, der ihn wieder in seine oberfränkische Heimat bringt, fragt er, ob wir uns mal schreiben wollen und ob er mich bei FB adden darf. Eine Umarmung und einen Abschiedskuss bekomme ich. Dann ist er weg. Ich denke an nichts anderes mehr, sehne mich in seine Arme zurück, vermisse seinen süßen Dialekt, mit dem er mir doch so rein gar nicht süße Worte ins Ohr flüsterte. Wir schreiben kurz. Alles, was er mir zu sagen hat, ist, wie attraktiv ich doch sei, wie verrückt ich ihn doch mache und wie gern er diverse Dinge mit mir tun würde. Okay, das ist nett. Aber ist das alles? Ja, ist es. An sich wäre das ja kein Problem gewesen. Ich war ja ein Mal in meinem Leben nicht die, die geklammert hat. Wenn es nur um Sex geht, sollte man(n) nicht fragen, ob sie einen vermissen wird, oder ob man sich schreibt. Wenn es nur um Sex geht, muss man nicht händchenhaltend durch die Stadt laufen und rumturteln. Dann war es einfach nur Sex. Ohne Geplänkel. Und wer doch rumplänkelt, muss sich nicht wundern, wenn sie dann später auch gerne über etwas anderes als Sex reden würde. Versteh einer die Männer. Nachdem er das Gespräch abrupt gegen die Wand gefahren hat, als ich es vom Thema Sex abgelenkt hatte, bin ich.. ein wenig sauer geworden. Ich hab sein ambivalentes Verhalten einfach nicht verstanden. Wahrscheinlich denken Männer einfach, sie müssen übertrieben nett sein, um zum Zug zu kommen. Mensch, hätte er das Geplänkel gelassen, wäre alles gut gewesen. Oder hätte er einfach zugelassen, dass wir uns ein wenig kennenlernen, wie er es ja selbst noch geschrieben hatte, dass er es gerne würde. Doch nun kann ich nicht mehr zurück. In meinem Kopf ist er nun schon ein unsensibles, egoistisches Arschloch. Ich hab ihn direkt aussortiert. Genau wie D., aber das hatte andere Gründe. Sie stellt mich bloß, statt mir ein wenig Verständis entgegenzubringen. Ein Knock-Out-Kriterium. Nicht die Art Mensch, mit der ich mich abgeben will. Ich bin empfindlich geworden. Sehr empfindlich. Früher hatte man meine Freundschaft und mein Vertrauen, wenn man mir sympathisch war, und es musste schon viel passieren, dass ich nicht verzieh und man sie verlor. Dann wurde ich ein wenig skeptischer, es passierte schneller, dass ich nicht verzieh. Heute muss man sich meine Freundschaft und mein Vertrauen verdienen - ich glaube Leuten häufig nicht, traue ihnen nicht über den Weg - und sorgsam darauf achten, wenn man sie nicht bald wieder verlieren will, denn ich verzeihe kaum noch. Dabei geht es um Grundsätzliches, was viele aber gar nicht durchblicken. Es geht nicht darum, dass sie mir "Kindergarten" an den Kopf geworfen hat und mich das in meinem Stolz kränkt (was es durchaus tut, aber das wäre verzeihlich), sondern darum, dass sie mich nicht ernstnimmt, wenn ich ihr sage, dass mir ihr Bild zu schaffen macht. Vielleicht ist es ein kindisches Problem, aber es ist mein Problem und sie tut es einfach ab, als sei es nichts. Nun, ich verzeihe nicht mehr. Nicht so Grundsätzliches.
Zurück zum Thema. Sie waren unglaublich gut für mein Selbstbewusstsein, die Abende mit O. und L. Ich bin keine minderwertige Frau zweiter Klasse, auch wenn F. mir genau dieses Gefühl gibt. Ich kann sexy sein.
Okay, nun aber wirklich zurück zum Thema. Eines Abends kurz nach Silvester hat meine Oma dann ihre Moralpredigt gehalten, in der sie mir alles vorwarf, was sich bis dato in ihr angestaut hatte. War kein gutes Gefühl, sich das anzuhören, aber es war mir zu blöd, etwas zu entgegnen, also hielt ich meinen Mund. Bis zu meiner Abreise war ich, wenn überhaupt, nur noch zum Schlafen dort. Am Tag der Abreise kam sie morgens rein und meinte nüchtern, wir müssten mal noch sehen, wie ich zum Bahnhof komme, weil sie Opa nachher zum Arzt fahren müsse, weil er einen Hirntumor habe. Daraufhin schloss sie die Tür von außen und überließ mich meinem Gewissen.
Ich hatte tolle Weihnachtsferien.
Ich habe keine Lust, zu schreiben. Aber es ist von allen Punkten auf meiner To-Do-Liste noch der angenehmste.
Ich sitze hier rum und tue.. nichts. Alles wie immer also. Dabei war ich so motiviert, als ich von zuhause zurückkam. Und nun bin ich wieder im alten Trott. Bin ich zuhause spätestens um elf täglich wach gewesen, habe ich, kaum war ich wieder hier, natürlich gleich wieder bis eins geschlafen, obwohl ich zeitig ins Bett bin. Ach ich hab kein' Bock.
Ich bin schon wieder von allem angepisst.
Der Psychologe hat nicht geantwortet.
BAföG gibt's erst Februar, weil meine Mutter natürlich doch noch diese dummen Unterlagen eingereicht hat, allerdings - natürlich - nicht vollständig. Sie hat also mal wieder genau das getan, was mir die meisten Nachteile bringt. Dumme Nuss.
Am 17. schreibe ich die erste Klausur. Das ist dankenswerterweise noch eine im [Lehrveranstaltung]. Ende Januar geht's dann mit den richtigen los. Wie soll ich bloß lernen, wenn ich mich nicht einmal aufraffen kann, zu schreiben..?!
Bis auf ein paar Ausnahmen waren die Weinachtsferien für'n Arsch. Alles mal wieder voll verkackt.
Machen wir's in chronologischer Reihenfolge:
Ich komme also abends am 22. an, mein Opa holte mich vom Bahnhof ab. Soweit war alles okay bis auf die Tatsache, dass ich traurig war, weil F. keine Zeit für mich bzw. keine Lust auf mich hatte. Am 24. war ich mittags bei A. und kam pünktlich wie vereinbart wieder zu Oma. Auf ihre Frage, was es Neues gäbe, eröffnete ich ihr, dass ich den ersten Feiertag gerne bei A.s Eltern verbringen würde, da die mich eingeladen hatten und ich nicht undankbar sein wolle nach allem, was sie für mich getan hatten. Dass ich sowieso viel lieber dort bin, verschwieg ich. Das war also Punkt eins, der meine Oma angepisst hat. Punkt zwei war, dass ich schon kurz nach dem Essen (an besagtem Heilig Abend) ins Bett gegangen bin. Ich wollte eigentlich gar nicht schlafen, ich war nur so genervt von meiner Verwandtschaft und den Kindern, dass ich kurz ins Zimmer gehen und meine Ruhe haben wollte. Dort hab ich mich dann aufs Bett gelegt und war kurz drauf auch schon ins Land der Träume entschwunden. Nachts wachte ich dann irgendwann auf und hatte ziemlich fieses Halsweh. Trotzdem bin ich am nächsten Tag mittags bereits zu A. gefahren. Was meine Oma nicht mitbekommen hat, ist, dass ich dort Fieber gekriegt habe und fast ausschließlich auf dem Sofa rumlag und geschlafen habe. Weil ich mit Fieber aber nicht dort übernachten wollte, weil man sich so eklig fühlt, wenn man irgendwann wieder aufwacht, bin ich mitten in der Nacht dann noch zurück zu Oma gefahren. Dort bin ich dann ins Bett, hab den Rest der Nacht und den kompletten nächsten Tag verschlafen (Punkt drei auf der Liste der unverzeihlichen Taten) und bin erst um eins in der nächsten Nacht aufgestanden, um mir einen Tee zu machen. Das hat sie mitbekommen und gleich wieder rumgestresst, dass ich ja die Nacht zum Tag mache und umgekehrt, bla bla.. (Punkt vier, der sie langsam aber sicher zur Weißglut brachte). Als es mir wieder besser ging, wurde sie selbst krank. Ich war außer Haus, es hat mich nicht interessiert, wie es ihr ging (Punkt fünf), denn um mich hatte sich ja auch niemand gesorgt, als ich den ganzen Tag nicht aus dem Zimmer kam.
Silvester. Bei A., auf dem Blauen, und anschließend im [Bar]. Dort war O. Und er war sexy. Wie immer eben. Nachdem wir den halben Abend aneinander vorbeigerannt waren, forderte er mich irgendwann zum Tanzen auf. Als ich mich peinlich berührt davor zierte, schnappte er mich einfach und zog mich mit auf die Tanzfläche. So kam es, dass ich die Auserwählte war, die sich eng an O. schmiegen durfte und von (fast) allen Frauen neidisch beobachtet wurde. Es hatte schon ziemlich viel Sex, wie O. nach und nach sein Hemd immer weiter aufknöpfte und ich diejenige war, die die Kontrolle über seine Krawatte hatte. Ich muss noch heute grinsen, wenn ich daran denke. Was mein Ego wirklich pushte, war die Tatsache, dass sich ein von allen begehrter, sexy Typ wie O. nicht zu schade war, eng mit mir zu tanzen, und auf der Tanzfläche Sachen mit mir machte, die heißer waren als manches, was andere als Vorspiel praktizieren. Als er zum Abschied während der Umarmung seinen Kopf auf meine Schulter legte und "Ich hab dich lieb" sagte, war der Abend perfekt. Übers ganze Gesicht strahlend machte ich mich wankend auf den Weg zu A. zurück.
Bei D. war irgendwann Anfang Januar auch. Die stellte mir eines Abends L., ihren besten Freund, vor. Wir waren im Kino, da hab ich nicht besonders viel von ihm mitbekommen, danach waren wir in einer Shisha-Bar. Witzig war er, frech. Und auf Körperkontakt aus. Wie unbedacht legte er seine Hand auf meinen Oberschenkel, als er sich über mich hinweg zu D. rüberbeugte, um mit ihr zu sprechen. Und die Hand blieb liegen. Ob ich denn noch Lust hätte, mit zu D. zu kommen, noch einen Film schauen. Und ob ich Lust hatte. Es kam also, wie es kommen musste. D. schlief ein, L. lud mich ein, mich an ihn zu kuscheln, eine Bewegung gab die andere und bald lagen wir eng umschlungen auf dem Sofa. Er war so süß, so unschuldig einerseits und doch das komplette Gegenteil andererseits. Seine Blicke, seine Gesten, seine Worte. Zum Abschied bekam ich einen innigen Kuss und die Frage "Wirst du mich vermissen?", zusammen mit einem herzerweichenden Blick (was in Anbetracht der Tatsache, dass wir nur vier Stunden später zum Frühstück verabredet waren, ein wenig lächerlich erscheint^^). Meine abweisende Antwort tat ihr Übriges, so dass er wohl nicht besonders glücklich ins Bett ging. Am nächsten Morgen stehe ich also im Türrahmen, er liegt noch im Bett, streckt die Arme nach mir aus, will, dass ich mich zu ihm kuschle. Ich bin frisch geduscht, geschminkt, gefönt. Was erwartet er? Auch als er sich aus den Federn erhebt, will ich mich nicht knuddeln und küssen lassen. Er versteht nicht, dass mir einfach nicht danach ist, und nimmt es persönlich. Später am Tag legt sich das wieder, man könnte meinen, wir seien ein normales Pärchen. War er am Tag zuvor einfach nur D.s bester Freund, humorvoll und eine nette Begleitung, aber nicht besonders interessant, so ist er heute ein attraktiver, reizvoller junger Mann, der mir unglaublich viel Selbstbewusstsein gibt, wenn er mich so ansieht, wie er es jetzt tut. Ein frecher, auffordernder Blick, nicht mehr der sensible Dackelblick vom Morgen. Dazu seine unauffälligen aber eindeutigen Berührungen zwischendurch, wenn es niemand mitbekommt. Er reizt mich bis aufs Blut. Ich ziehe ihn mit meinen Blicken quasi aus. Er ist unverschämt sexy, obwohl er rein optisch nicht der Typ ist, dem ich einen zweiten Blick schenken würde. Ich mag das graue Shirt mit den bunten Gesichtern drauf, sein Lieblingsshirt, in das er seinen Sixpack hüllt. Ich mag auch die beigefarbene Hose, in der seine Kehrseite wirklich gut zur Geltung kommt. Und besonders mag ich die braunen Lacoste-Schuhe und seinen schwarzen Mantel, der ihm unglaublich viel Klasse verleiht. Seit er morgens die doppelte Abfuhr kassiert hat, ist er geizig mit Aufmerksamkeit. Und es zeigt Wirkung. Kurz bevor er in den Zug steigt, der ihn wieder in seine oberfränkische Heimat bringt, fragt er, ob wir uns mal schreiben wollen und ob er mich bei FB adden darf. Eine Umarmung und einen Abschiedskuss bekomme ich. Dann ist er weg. Ich denke an nichts anderes mehr, sehne mich in seine Arme zurück, vermisse seinen süßen Dialekt, mit dem er mir doch so rein gar nicht süße Worte ins Ohr flüsterte. Wir schreiben kurz. Alles, was er mir zu sagen hat, ist, wie attraktiv ich doch sei, wie verrückt ich ihn doch mache und wie gern er diverse Dinge mit mir tun würde. Okay, das ist nett. Aber ist das alles? Ja, ist es. An sich wäre das ja kein Problem gewesen. Ich war ja ein Mal in meinem Leben nicht die, die geklammert hat. Wenn es nur um Sex geht, sollte man(n) nicht fragen, ob sie einen vermissen wird, oder ob man sich schreibt. Wenn es nur um Sex geht, muss man nicht händchenhaltend durch die Stadt laufen und rumturteln. Dann war es einfach nur Sex. Ohne Geplänkel. Und wer doch rumplänkelt, muss sich nicht wundern, wenn sie dann später auch gerne über etwas anderes als Sex reden würde. Versteh einer die Männer. Nachdem er das Gespräch abrupt gegen die Wand gefahren hat, als ich es vom Thema Sex abgelenkt hatte, bin ich.. ein wenig sauer geworden. Ich hab sein ambivalentes Verhalten einfach nicht verstanden. Wahrscheinlich denken Männer einfach, sie müssen übertrieben nett sein, um zum Zug zu kommen. Mensch, hätte er das Geplänkel gelassen, wäre alles gut gewesen. Oder hätte er einfach zugelassen, dass wir uns ein wenig kennenlernen, wie er es ja selbst noch geschrieben hatte, dass er es gerne würde. Doch nun kann ich nicht mehr zurück. In meinem Kopf ist er nun schon ein unsensibles, egoistisches Arschloch. Ich hab ihn direkt aussortiert. Genau wie D., aber das hatte andere Gründe. Sie stellt mich bloß, statt mir ein wenig Verständis entgegenzubringen. Ein Knock-Out-Kriterium. Nicht die Art Mensch, mit der ich mich abgeben will. Ich bin empfindlich geworden. Sehr empfindlich. Früher hatte man meine Freundschaft und mein Vertrauen, wenn man mir sympathisch war, und es musste schon viel passieren, dass ich nicht verzieh und man sie verlor. Dann wurde ich ein wenig skeptischer, es passierte schneller, dass ich nicht verzieh. Heute muss man sich meine Freundschaft und mein Vertrauen verdienen - ich glaube Leuten häufig nicht, traue ihnen nicht über den Weg - und sorgsam darauf achten, wenn man sie nicht bald wieder verlieren will, denn ich verzeihe kaum noch. Dabei geht es um Grundsätzliches, was viele aber gar nicht durchblicken. Es geht nicht darum, dass sie mir "Kindergarten" an den Kopf geworfen hat und mich das in meinem Stolz kränkt (was es durchaus tut, aber das wäre verzeihlich), sondern darum, dass sie mich nicht ernstnimmt, wenn ich ihr sage, dass mir ihr Bild zu schaffen macht. Vielleicht ist es ein kindisches Problem, aber es ist mein Problem und sie tut es einfach ab, als sei es nichts. Nun, ich verzeihe nicht mehr. Nicht so Grundsätzliches.
Zurück zum Thema. Sie waren unglaublich gut für mein Selbstbewusstsein, die Abende mit O. und L. Ich bin keine minderwertige Frau zweiter Klasse, auch wenn F. mir genau dieses Gefühl gibt. Ich kann sexy sein.
Okay, nun aber wirklich zurück zum Thema. Eines Abends kurz nach Silvester hat meine Oma dann ihre Moralpredigt gehalten, in der sie mir alles vorwarf, was sich bis dato in ihr angestaut hatte. War kein gutes Gefühl, sich das anzuhören, aber es war mir zu blöd, etwas zu entgegnen, also hielt ich meinen Mund. Bis zu meiner Abreise war ich, wenn überhaupt, nur noch zum Schlafen dort. Am Tag der Abreise kam sie morgens rein und meinte nüchtern, wir müssten mal noch sehen, wie ich zum Bahnhof komme, weil sie Opa nachher zum Arzt fahren müsse, weil er einen Hirntumor habe. Daraufhin schloss sie die Tür von außen und überließ mich meinem Gewissen.
Ich hatte tolle Weihnachtsferien.
Sonntag, 16. Oktober 2011
Lieber H.,
nein, lieb bist du nicht, aber wie beginnt man sonst einen Brief?
Du hast mir fünf Jahre lang eingeredet, ich sei zu blöd zum Abspülen. Hiermit teile ich dir mit, dass mein Geschirr sauber ist, auch wenn ich es unter fließendem Wasser spüle. Woran auch immer es lag, es war nicht meine Schuld.
Gruß,
Ä.
Du hast mir fünf Jahre lang eingeredet, ich sei zu blöd zum Abspülen. Hiermit teile ich dir mit, dass mein Geschirr sauber ist, auch wenn ich es unter fließendem Wasser spüle. Woran auch immer es lag, es war nicht meine Schuld.
Gruß,
Ä.
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