Freitag, 30. März 2012

Schicksal ist eine seltsame Sache.

Hab ich mein Schicksal selbst in der Hand?
Muss ich es hinnehmen, dass F. vielleicht nur ein Weg war, der über viele Umwege wieder zu M. führen sollte? Kommt, was zusammen gehört, schlussendlich immer zusammen? Kann ich mein Schicksal gestalten; kann ich sagen, ich will nicht, dass F. nur Mittel zum Zweck gewesen ist, und ihn so zu mehr als dem machen?
Wenn man an Schicksal glaubte, machte das schon Sinn: Ich lerne F. kennen, kurz nachdem sich M.s und meine Wege trennten. Als Umweg sozusagen, weil M. und ich vielleicht zusammen gehören, und wir wieder zueinander finden müssen. Nun bin ich den Weg gegangen, F. hat mich zu M. zurück geführt. Ist der Umweg nun zuende? Kann ich nicht M. einsammeln und den bisherigen Weg weitergehen? Muss F. nun zwangsläufig wieder aus meinem Leben treten? Hat er das schon getan, und ich habe es nur noch nicht verstanden? Ist er vielleicht sogar schon aus seinem eigenen Leben getreten, ohne dass ich es mitbekommen habe? Wenn ja, hat mein Schicksal ihn dann auf dem Gewissen? Müssen andere Menschen wegen mir sterben? Muss ich wegen anderen sterben? Musste A. für jemand anderen sterben?

Ich habe so viel im Kopf, dass es nur wirr ist. Und Gefühle zu beschreiben, versuche ich erst gar nicht. Es ist einfach noch so unwirklich.
Es ist das erste Mal, dass ich mit dem Tod eines Menschen konfrontiert werde (und das noch auf so sanfte Art und Weise; und doch ist es schon so schlimm. Ich wollte wirklich nicht mit M. tauschen), der mir wichtig ist. Das verändert einen schon, denke ich. So viele neue Gedanken in meinem Kopf, und alle auf einen Schlag. Ich bin überfordert.

Donnerstag, 29. März 2012

Destiny? Mere chance?

Manchmal fällt es mir mehr als schwer, an Zufall zu glauben. Dafür ist das Timing manchmal einfach zu erstaunlich; die Zusammenhänge, die einem erst hinterher klar werden.

Ich lade FB-Freunde zu einer Veranstaltung ein. Dabei fällt mir (zufällig?) auf, dass F. nicht in meiner Freundesliste angezeigt wird. Ich stelle also fest, dass er mich entweder ignoriert oder sich gelöscht hat. Telefonisch ist er auch seit Tagen nicht erreichbar. Ich befürchte natürlich das Schlimmste und komme (zufällig?) auf die Idee, die Todesanzeigen der regionalen Zeitung durchzusehen, was ich noch nie gemacht habe. Was ich dabei (zufällig?) finde, ist nicht seine Anzeige, sondern die von M.s Mutter. Was für ein Zufall (?), dass M. mir damals die Freundschaft gekündigt hatte, ganz kurz bevor die Mutter ihre Diagnose bekommen haben muss. So blieb ich vor all dem bewahrt, während ich mit meiner eigenen Geschichte gekämpft habe. Was für ein Zufall (?), dass ich die Einladung auf einen Kaffee vor geraumer Zeit widerwillig und untypischerweise ablehnte. So blieb ich weiterhin davor bewahrt. Jetzt, wo alles vorbei ist, erfahre ich, was damals wirklich geschah.

Nein, manchmal fällt es mir mehr als schwer, an Zufall zu glauben.

Dienstag, 27. März 2012

Pure Happiness

Ich bin so glücklich gerade!
Sommer liegt in der Luft.
Ich habe V. kennengelernt. Eine tolle Frau. Ich fühle mich endlich wieder lebendig. So als ob alles gut wird. Der Sommer wird toll. Mit A., V., V.*, K., J., und bestimmt auch mit C.
Mein Leben kommt wieder auf die Reihe.
Ich freue mich sehr, ich bin wieder zufrieden mit dem Lauf der Dinge.


Und doch habe ich manchmal für einen Moment ein schlechtes Gewissen. Weil es mir gut geht und ihm nicht. Ich frage mich, ob ich mir alles nur eingeredet und mich hineingesteigert habe, oder ob ich wirklich nur eine gute Phase hab, wie es laut Dr. L. typisch für den Krankheitsverlauf sein soll. Es war real für mich. Dennoch fühle ich mich ab und zu, als hätte ich F. 'verarscht'. Natürlich habe ich das nicht. Aber ich würde mich verarscht fühlen, wenn es mir wirklich dreckig gehen würde und einer meiner Freunde dann auch damit ankommen würde, dass es ihm genauso mies geht, und plötzlich soll dann doch wieder alles gut sein.
Außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich wieder ein aktives Leben habe und er dadurch seinen Stellenwert in meinem Leben verliert. Nicht, weil ich ihn nicht mehr brauche, sondern weil derzeit eben doch wieder die Sichtweise überhand gewinnt, dass wir 'zusammen' nicht glücklich werden, dass es einfach nicht passt, dass wir nicht füreinander gemacht sind.
Nun ja, alles mäßig. Ich kicke ihn ja nicht aus meinem Leben. Ich versuche nur, mich nicht mehr so sehr an ihn zu klammern, und vor allem, endlich diese dumme Hoffnung abzulegen, dass es doch eigentlich alles ganz anders ist als es scheint.

Trotz allem: Ich war schon lange nicht mehr so zufrieden :)