Sonntag, 13. Mai 2012

Ein Tag wie jeder andere

Ich öffne Facebook und überall springen mir Muttertagsglückwünsche entgegen.
Irgendwas daran passt mir so gar nicht. Alle lobpreisen ihre Mütter. Ein komisches Gefühl macht sich in mir breit. Ich lobpreise heute niemanden. Für mich ist es ein normaler Sonntag.
Wieder mal ein Tag, an dem ich mich frage, wie es sich wohl anfühlt, eine richtige Familie zu haben, so mit inniger Bindung und so. Dieser Hort, dieses Nest, die Heimat, das Zuhause, zu dem man immer wieder zurückkehrt, wo man sich geborgen, behütet, sicher und gut aufgehoben fühlt.
Ich meide meine Familie. Zur Zeit habe ich seit über zwei Monaten keinen Kontakt mehr zu jemandem aus meiner Familie gehabt. Mit meiner Mutter sowieso nicht, mit meiner Oma und dem entsprechenden Familienzweig seit Anfang Januar nicht mehr, und nun seit März auch nicht mehr mit meinem Vater und Co. Ich gehe nicht ran, wenn er anruft. Ich hab einfach keine Lust. Was mich nur wundert, ist, dass er mir SMS schickt, wenn er mich ein paar Mal nicht erreicht hat. Jahrelang hat er sich nie von sich aus gemeldet und nun kümmert es ihn plötzlich, wo ich stecke, wenn er mich nicht erreichen kann. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach eine Feststellung.

Das hört sich jetzt vielleicht an, als wäre ich kontinuierlich traurig, das Posting gestern und nun dieses. Bin ich aber gar nicht. Das sind vielmehr kurze Momentaufnahmen, die ich aufschreibe. Ja, ich saß gestern weinend hier, bestimmt eine Stunde lang oder vielleicht länger, bis ich entschied, schlafen zu gehen und in den Federn Trost zu suchen, weil ich nicht noch länger traurig sein wollte. Ich streichelte mich allein in den Schlaf; fest in meine Decke gewickelt, kraulte ich mir selbst die Haare und dachte daran, wie schön es wäre, wenn er mich nur mal unverbindlich im Arm halten würde.
Ein bisschen blöd komme ich mir schon vor, wenn ich das nun hier unverblümt zugebe; noch dazu, wenn ich weiß, dass es mindestens eine Person lesen wird. Aber was will man machen..
Und auch heute hat mich das einen kurzen Moment lang getroffen, diese vielen glücklichen Kinder mit den tollen Mamis. Aber das war's dann auch. Ich schreibe es jetzt auf, und damit hat es sich erledigt.
Im Gegenteil, ich bin überhaupt nicht kontinuierlich traurig. Ich komme mit meinem Alltag so gut zurecht, wie schon lange nicht mehr. Ich erledige meinen Kram, gehe regelmäßig aus dem Haus, gerne auch tagsüber, stehe relativ früh auf, dusche wieder täglich, gehe regelmäßig zur Uni, alles ganz normal, ohne dass ich mich dazu besonders aufraffen müsste. Ich hab wieder Spaß an meinem Leben. Und die schlechten Momente sind wieder ganz normal, so wie sie alle anderen auch haben. Sie ziehen mich nicht mehr tagelang runter und hindern mich am Leben. Es läuft eigentlich alles bestens.

Und was ich jetzt auch noch mal loswerden muss:

Ich habe mich mega riesig gefreut, als auf mein gestriges Posting direkt Resonanz folgte! Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, aber umso schöner war es dann, als ich las, dass Anna Maria (http://beingannamaria.blogspot.de/) mein Blog der liebste ist. Vielen Dank dafür, meine Liebe! :)

1 Kommentar:

  1. da hatte ich doch gerade beim lesen schon ein wenig tränen im auge :) ersten wegen des ersten teils des textes , weil ich auch da malwieder mitreden kann und ich so ziemlich in derselben situation bin und zweitens wegen deines kommentars und links von mir ! ich danke dir sehr ! :) ich denke ich werde dir mal eine persönliche nachricht schreiben, denn irgendwie hab ich das gefühl ich muss das tun , ich hoffe das ist in ordnung !!! und ich finde deine ehrliche art ganz und garnicht peinlich , eher denke ich, dass man genauso sein sollte und vorallem in seinem eigenen blog :) ich wünsche dir einen wunderschönen abend liebe a. lieben gruß anna maria :)

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