Freitag, 27. Januar 2012

World view

SPIEGEL

Es passt nicht in mein Weltbild, dass es möglich ist, daran gehindert zu werden, in die eigene Heimat zurückzureisen. Ist das nicht eine Art Freiheitsberaubung? Es will einfach nicht in die heutige, globalisierte Welt passen. Man kann doch überall hin reisen. Wieso können 'die' einen einfach festhalten? Es will einfach nicht passen. Es entrückt mein Weltbild. Es eröffnet ein Fenster, um in andere Zeiten zu blicken. Zeiten, in denen es Standard war, dass man eben nicht überall hin reisen konnte und auch nicht wieder zurück. Zeiten, in denen 'Freiheit' den Menschen noch etwas bedeutete, weil sie sie nämlich nicht hatten, sie sie nicht gewohnt waren, wie wir es heute sind. Es eröffnet ein Fenster, durch das es mir möglich wird, zu ahnen. Zu ahnen, dass es nicht immer so war, dass es nicht immer so sein wird. Und zu ahnen, was noch alles theoretisch möglich ist.
Man sieht viele Bilder, man liest und hört viele Geschichten, viele Schilderungen von schlimmen Sachen, viel schlimmer als nicht zurückreisen gelassen zu werden. Doch sie sind weit weg, diese Dinge. Geschichte. Denkt man. Und dann liest man in den aktuellen Nachrichten plötzlich, dass amerikanische NGO-Mitarbeiter in Ägypten festgehalten, und es stellt die Welt auf den Kopf.
Verrückt.
Wir schreiben das Jahr 2012 und die Welt, die Menschheit bewegt sich rückwärts, auf ihr Ende zu.

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